„Patente und Technologietransfer

- Neue Wege an der TU Dresden“

Am 17. November 2008 veranstaltete das Dezernat Forschungsförderung und Öffentlichkeitsarbeit und speziell das Patentinformationszentrum (PIZ) als eine Gruppe dieser Einheit ein Fachkolloquium. Mit der Veranstaltung verfolgten wir das Ziel, die vielfältigen Aktivitäten der TU Dresden auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes und insbesondere auch die Überführung von Innovationen in die Industrie zu beleuchten. Die verschiedenen Vorträge und eine Podiumsdiskussion machten dann die breite Palette an TU-Aktivitäten deutlich und regten zu neuen Überlegungen an.

So betonte Herr Juniorprofessor Dr. Dirk Meyer, der Leiter der selbstständigen Nachwuchsgruppe Nanostrukturphysik in seinem Vortrag die Besonderheit von sogenannten forschungsbegleitenden Recherchen. Diese werden durch das PIZ durchgeführt und vermitteln den Wissenschaftlern schon in der Vorbereitungsphase und auch während der Laufzeit von Forschungsvorhaben wichtige Hinweise auf den weltweiten aktuellen Stand auf ihrem Forschungsgebiet. Damit wird ein deutschlandweit einmaliges Angebot an Hochschulen offeriert, das in dieser Form schon seit 2004 existiert und zu bisher insgesamt ca. 140 Auftrags-Recherchen geführt hat.
Diese Aktivität ergänzt eine ebenfalls in dieser Form einmalige Förderung, und zwar die Patentinitiative Erfinderförderung der TU Dresden, die seit 1994 existiert und seitdem zu jährlich zwischen 50 und 90 Schutzrechtsanmeldungen an der TU Dresden geführt hat.

Professor Dr. Horst-Peter Götting von der Juristischen Fakultät stellte den Zertifikatskurs “IP für Nichtjuristen” vor, der den Studenten sowohl einen tieferen Einblick in das Bürgerliche Recht als auch in die gewerblichen Schutzrechte und den Urheberschutz verschafft. Damit werden Hemmungen beim Umgang mit rechtlichen Fragen abgebaut.

Die anschließende Podiumsdiskussion unter Leitung des Dezernenten Herrn Hannes Lehmann beleuchtete die verschiedenen Facetten der Bedeutung von Hochschulpatenten, die Grundlage von Unternehmensgründungen von Wissenschaftlern von Hochschulen sein können. Dabei wurde betont, dass es nicht reicht, sich auf einem solchen Patent auszuruhen, sondern der Innovationsprozess ständig weiter vorangetrieben werden muss.

Einen wichtigen Platz nahm die feierliche Verabschiedung von Frau Gesine Kluge in den Ruhestand ein. Sie hat das PIZ Dresden aufgebaut und seit 1994 geleitet. Von Herrn Prof. Schramm, dem Leiter des Landespatentzentrums Thüringen, wurden ihre großen Verdienste nicht nur für das PIZ Dresden, sondern auch für das das gesamte Netzwerk aller solcher deutschen Einrichtungen in ihrer Funktion als Vorstandsmitglied der ARGE PIZ gewürdigt.

Herr Helmut Jahnke von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Patentinformationszentren und der Vizepräsident des Bundespatentgerichts, Herr Berndt Tödte stellten die Einbindung des PIZ Dresden in das deutsche Netzwerk bzw. die engen Kooperationsbeziehungen des Deutschen Patent- und Markenamtes mit den PIZ’en dar.

Abschließend referierte Herr Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Wiesmeth, der jetzige Rektor der Handelshochschule Leipzig über seine Erfahrungen bei der Unterstützung des Technologietransfers aus den Forschungseinrichtungen in die Wirtschaft zur Forcierung des Innovationsprozesses, die er als Prorektor Wissenschaft im Zeitraum 1993 bis 2000 an der TU Dresden gesammelt hat.

Zu besonderem Dank fühlen wir uns den Sponsoren verpflichtet, durch die erst das Kolloquium in diesem so ansprechendem Rahmen möglich war. Ganz besonders möchten wir uns bei der Firma mtc bedanken, die sich spontan und unbürokratisch bereit erklärte, einen wichtigen finanziellen Beitrag zu leisten.

Matthias Knöbel
Leiter PIZ Dresden